Baubericht - Von der F-4E zur F-4J – Meine türkische Phantom mit kleiner Identitätskrise
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Die F-4 Phantom II gehört für mich einfach zu den Flugzeugen, die man als Modellbauer irgendwann bauen muss. Groß, laut, zwei Triebwerke und eine Silhouette, die man sofort erkennt – mehr „Jet“ geht eigentlich kaum.
Für dieses Projekt wollte ich aber nicht einfach irgendeine Phantom bauen. Mir hatte es besonders eine Maschine der Türkischen Luftwaffe angetan, mit dieser auffälligen Sonderlackierung in Rot und Weiß, die an die türkische Flagge erinnert. Extrem auffällig und definitiv nichts, was man jeden Tag in der Vitrine sieht.
Also war der Plan klar:
Eine türkische F-4E Phantom.
Zumindest dachte ich das am Anfang.
Baubeginn auf der Werkbank
Wie bei den meisten Flugzeugmodellen ging es erstmal mit den üblichen Dingen los:
Das Cockpit zusammenbauen, die Rumpfhälften schließen, die Flügel montieren und zu letzt Spachteln, schleifen und wieder schleifen... Nach ein paar Überlegungen habe ich mich dann an die Arbeit gemacht und den Tankausleger, den sogenannten "Boom", magnetisiert. So kann ich zwischen ausgefahren und geschlossen wechseln.



Gerade bei der Phantom merkt man relativ schnell, wie groß das Flugzeug eigentlich ist. Selbst als Modell wirkt sie schon ziemlich wuchtig auf der Werkbank.
Im Cockpit findet man die 3D-Decals von RedFox Studios.
Nachdem die Grundmontage erledigt war, ging es langsam Richtung Lackierung. Und genau da habe ich mich nochmal etwas intensiver mit Vorbildfotos beschäftigt.
Der Moment, in dem mir etwas auffiel
Während ich Referenzbilder durchging, hatte ich plötzlich diesen typischen Modellbauer-Gedanken...Moment mal… irgendwas stimmt hier nicht...
Nach ein bisschen Recherche wurde mir klar:
Die Maschine, die ich da baue, ist keine F-4E, sondern eine F-4J.


Blöd nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt mit dem Bau schon ziemlich weit war, der Rumpf war zu, die Flügel dran und die Lackierung drauf...Also genau der Moment, in dem man kurz überlegt, ob man das Ganze einfach ignoriert und so tut, als hätte man das natürlich von Anfang an gewusst.
Die Varianten der Phantom sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich, aber es gibt doch ein paar Unterschiede. Die F-4E hat zum Beispiel die eingebaute Vulcan-Kanone im Bug, während die F-4J diese nicht hat.
Meine Optionen waren entweder umbauen, ignorieren oder das Projekt einfach als F-4J weiterbauen. Ich habe mich für Option drei entschieden.
Und so wurde aus meiner geplanten F-4E ganz spontan eine F-4J der Türkischen Luftwaffe. Passiert...
Die Lackierung – definitiv der spannendste Teil
Das Highlight an diesem Modell ist ganz klar die Lackierung.
Die Maschine trägt eine Sonderbemalung in den Farben der türkischen Flagge:
- kräftiges Rot als Hauptfarbe
- weißer Halbmond und Stern
- dunkle Akzente auf Flügeln und Leitwerk

So eine Lackierung ist natürlich nichts, was man mal eben schnell mit der Airbrush erledigt. Da steckt einiges an Maskierarbeit drin, damit die Linien sauber werden und die Farben ordentlich wirken.
Aber genau solche Projekte machen am Ende auch am meisten Spaß. Wenn man die Masken abzieht und das Design zum ersten Mal komplett sieht, weiß man wieder, warum man sich den Aufwand überhaupt antut.

Fazit zum Projekt
Auch wenn das Ganze mit einer kleinen Typverwechslung gestartet ist, hat mir der Bau richtig Spaß gemacht.
Die Phantom ist einfach ein beeindruckendes Flugzeug – egal in welcher Version – und mit dieser Lackierung wird sie definitiv zum Blickfang in der Sammlung.
Und ganz ehrlich:
Wahrscheinlich kennt jeder das Gefühl, wenn man mitten im Projekt merkt, dass man irgendwo etwas übersehen hat.
So entstand die Sonderversion.
Eine F-4J der Türkischen Luftwaffe.

Modell: McDonnell Douglas F-4J Phantom II
Hersteller: Tamiya
Maßstab: 1:32
Farben: Tamiya Lacquer Paint & Revell Aqua
Zubehör: Babibi model, RedFox Studios
Grüße Stefan